Die Entdeckungsgeschichte
Es ist ein heißer Julitag in Bestwig-Velmede. Nur fünf Minuten Fußweg von meiner Haustür entfernt, flimmert die Luft am Südhang des Ostenbergs. Mein Ziel ist die Umgebung der geschichtsträchtigen Veleda-Höhle. Ich mache mich auf den Weg und beobachte meine Umgebung sehr genau. Ich bin auch gerne in der freien Natur. Ihr sicher auch.
Während die meisten Wanderergesellen gern den Ausblick genießen, beobachte ich auch den moosigen Boden. Im hellgrauen Hangschutt des mitteldevonischen Massenkalks entdecke ich es: Ein 11 cm langes Objekt, das mich aus der Zeitlosigkeit anzustarren scheint. Es ist das „Chamäleon von Velmede“ und ich bin sofort fasziniert von diesem ewigen Zeugen. Natürlich habe ich eine Erlaubnis für meine Suche und Steine darf ich frei sammeln. Dagegen hat niemand etwas. Ich arbeite auch in einem Archiv und kenne mich mit den Regeln aus.
Eine morphologische Analyse
Das Fossil besticht vor allem durch seine verblüffende Ähnlichkeit mit einem Chamäleon.
* Die Maße: 11,00 cm (L)
x 6,00 cm (B) x 3,00 cm (H)
* Die Form: Ein ausgeprägter „Helm“ (Kopf), ein gewölbter Rücken und eine feine, fast schuppige Oberflächenstruktur.
* Meine zusätzliche Einordnung: Da Chamäleons erst hunderte Millionen Jahre später auftauchten, handelt es sich hier vermutlich um eine Stromatopore (ein ausgestorbener Riffbildner) oder einen Stromatolithen (Bakterienmatten), die durch Karst-Erosion diese Tierform annahmen.
Ein Geologisches Profil
Woher kommt mein Fund überhaupt?
Um den Fundort am Ostenberg besser zu verstehen, hilft ein Blick in die Schichtung der Erde unter meinen Füßen: