Mondgestein

Im Bann des Mondes

Lächeln…
Mond auf der Reise,
doch Lunas Glanz wohnt ihn uns.
Wir kreisen mit ihm.
Nehmend und gebend
sind wir seine Erben.
Mit moosigen Blick
leuchtet uns Vergangenes…
Doch die Zeit ist seltsam.
Eine Handvoll Hier und Jetzt
und ein Lächeln geht…
©Daniel Behrens (*)
Buchrestaurator, Maler und Lyriker

Ein 220-Milligramm-Date mit dem Universum 

Stellt euch vor, ihr haltet ein kleines Stück Geschichte in euren Händen. Nicht so eine „Ururur-Oma hat das mal im Keller gefunden“-Geschichte, sondern eine echte kosmische Story.

Vor mir liegt ein Mondmeterorit, schlanke 220 Milligramm leicht. Um das einzuordnen: Das ist in etwa das Gewicht einer wohlgenährten Stubenfliege – im lebendigen Zustand, versteht sich. 

Bevor Missverständnisse aufkommen: Ich untersuche keine Insekten, sondern Gestein. Steine sind deutlich kooperativer, sie laufen nicht weg und summen nur selten. 

Eine exklusive Lieferung aus dem All

Man muss sich die Exklusivität vor Augen führen: Im Laufe der gesamten Erdgeschichte haben es gerade einmal 40 kg Mondgestein auf natürlichem Wege zu uns geschafft. Das ist weniger, als die meisten von uns im Lockdown an Kilos zugelegt haben. Und das, obwohl unser Planet und sein treuer Begleiter seit etwa 4,5 Milliarden Jahren ein Paar sind – entstanden in einer Zeit, als in unserer Galaxie Sterne kollidierten , explodierten und sich Sonne und Mond aus einer gigantischen Menge an Material und Gestein formten . Jo

Die inneren Werte: Keine Chondren dafür viel Charakter 

Dieser kleine Brocken ist ein Achondrit. Das bedeutet, er besitzt keine Chondren (kleine Gesteinskügelchen), da er aus vulkanischen Material entstanden ist. Mann nennt ihn auch eine Brekzie, Stellt euch das wie einem kosmischen Obstkuchen vor, bei dem die Zutaten völlig wahllos zusammengewürfelt wurden. Je nachdem, von welcher Seite des Mondes die Fragmente stammen, finden wir eine wilde Mischung aus: 

  • Feldspat: (der Klassiker) 
  • Olivin (nein, nicht die zum Essen)
  • Balsalt § Gabbro (vulkanische Urgesteine)
  • Glasfragmente (entstehen, wenn wenn bei einem Einschlag – einem Impakt – die Hitze so groß wird, dass der Stein schmilzt)
  • In Fachkreisen nennen wird dieses „verbackene“ lose Material auch Regolith. Kurzum: Es ist der kosmische Staub, der sich nach Milliarden von Jahren endlich mal zu etwas Festem zusammengerauft hat. 

Der Steckbrief: NWA 12697

Alles bekannten Mondmeteoriten haben eine Gemeinsamkeit: Sie stammen aus den oberflächennahen Schichten. Mein spezieller Freund hier trägt den klangvollen Namen NWA 12697.

Seine Reise auf der Erde endete wahrscheinlich 2018 in der Nähe von Tindouf, Algerien. Ein Mineralhändler in Marrakesch barg ihn schließlich aus dem Sand Nordwestafrikas.

Fazit: 220 Miligramm klingen nach nichts. Aber wenn ihr euch vorstellt , dass dieses Sternchen eine Reise hinter sich hat, die 4,5 Milliarden Jahre  und 384.400 Kilometer umfasst, wirkt die Stubenfliege plötzlich unbedeutend. 

In diesem Sinne wünsche ich euch einen schönen Blick in den weihnachtlichen Himmel. Zählt die Sterne bei Nacht und wünscht euch etwas. Vielleicht habt ihr sogar schon einen eigenen Stern entdeckt am endlos erscheinenden Nachthimmel.

Also frohe Weihnachten und einen guten Rutsch in das neue Jahr 2026. 

©Christian Sz. – Webdesigner/Autor

Die Mondgöttin

besitzt eine Haut aus Sternenstaub und ihre Züge wirken wie aus feinster, silbergrauer Asche, die bei jeder Bewegung leicht verwehen. Als bestünde sie aus Überresten erloschener Welten. ©Christian Sz. - Webdesigner/Autor

Hallo, ich bin ja ein gebürtiger Sauerländer und hab die Welt der Fossilien direkt vor meiner Nase. Hier in den Bergen gibt es immer etwas zu berichten. Sei es nun eine fossile Fledermaus oder ein Insekt. Der Stoff geht mir bestimmt sicher nie aus. 🤗Wenn ihr Fragen zu meinen Beiträgen habt, kommentiert ruhig und hinterlasst einen Gästebucheintrag. Ich freue mich darüber. Am 25.01. erscheint auch schon ein neuer Blogbeitrag. Ich hab mir etwas ganz besonderes für euch einfallen lassen. 👍 Seid dabei und habt einfach Spaß. 🤩

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