NWA 16387
Sternenstaub
Meteoriten wie der NWA 16387 sind bestimmt weit mehr als bloße Gesteinsbrocken aus dem All. Sie sind Überreste jener Materie, aus der sich vor rund 4,56 Milliarden Jahren die Planeten unseres Sonnensystems bildeten. Und all die Lebensformen auf unserem Planeten natürlich. Wir verstehen noch so vieles in unserem Universum nicht. Und ich befürchte, die Fragen werden niemals enden. Selbst die festgehaltenen Antworten ändern sich in einem rasanten Tempo. Nichts bleibt so, wie es ist. Das ist auch die Regel des Universums.
Besonders spannend finde ich auch die Klassifikation: CK3-Chondrit. Die Gruppe der CK-Chondrite gehört zu den seltenen kohlenstoffhaltigen Meteoriten. Sie enthalten unerzichtbare Informationen über Prozesse, die lange vor der Entstehung der Erde stattfanden. Viele Wissenschaftler betrachten solche Meteoriten als natürliche Archive der Frühgeschichte.
Während Eisenmeteoriten oft durch ihre metallische Erscheinung beeindrucken, faszinieren CK-Chondrite durch ihre innere Struktur. So wie die Mars- oder Mondmeteoriten. In ihnen finden sich üerwiegend Chondren – kleine kugelförmige Einschlüsse, die zu den ältesten festen Materialien unseres Sonnensystems gehören.
Mein Exemplar
Mein Stück stammt aus einer seriösen Collection und bringt 5,83 Gramm auf die Waage. Das mag euch wenig erscheinen, doch bei einem Meteoriten mit einer bekannten Gesamtmasse von rund einem Kilogramm handelt es sich bereits um ein beachtliches Sammlerstück.
Besonders gefällt mir die Oberfläche. Sie beschreibt die Geschichte einer langen Reise durch das Weltall, den Eintritt in die Erdatmosphäre und schließlich den Fund in der Wüste Afrikas. In diesem sprichwörtlichen Fall war das Nordwestafrika. Und die Wüste in Afrika erscheint einem wirklich endlos. Dort werden nur erfahrene Sammler zu finden sein. Das ist auch sonnenklar.
Die Analyse
Für meinem neuen Beitrag spielte ich ernsthaft mit dem Gedanken, etwas Material von dem Exemplar abzutragen, um es unter dem Mikroskop zu untersuchen.
Die Versuchung ist halt groß. Schließlich könnten sich dadurch faszinierende Einblicke in die innere Struktur ergeben. Vielleicht wären einzelne Chondren sichtbar geworden oder Minerale, die mit bloßem Auge kaum zu erkennen sind.
Auf der anderen Seite steht die Tatsache, dass jedes entfernte Körnchen unwiederbringlich verloren ist.
Bei einem gewöhnlichen Stein wäre die Entscheidung einfach. Doch bei einem seltenen CK3-Chondriten sieht die Sache anders aus. Der Sammlerwert, die Ästhetik und die Originalsubstanz sprechen klar für Zurückhaltung.
Nach reiflicher Überlegung entschied ich mich doch dazu, den Meteoriten unverändert zu belassen und stattdessen auf hochwertige Makroaufnahmen zu setzen. Moderne Fototechnik kann erstaunliche Details sichtbar machen, ohne dass der Stein dabei Schaden nimmt. Ich werde noch darauf zurückgreifen.
Warum Meteoriten so faszinieren
Das Besondere an den Meteoriten ist ihre einzigartige Authentizität. Niemand hat sie hergestellt. Niemand hat sie bearbeitet. Sie sind echte Zeugen einer Zeit, als die Sonne gerade erst entstand und die Bausteine der späteren Planeten durch die junge protoplanetare Scheibe drifteten.
Wenn man einen Meteoriten betrachtet, blickt man nicht einfach auf einen Stein. Man blickt auf Materie, die möglicherweise seit Milliarden Jahren nahezu unverändert existiert.
Ihr als Meteoritenliebhaber kennt auch diesen Moment: Ihr dreht den Stein immer vorsichtig in euren Händen und entdeckt ständig neue Strukturen, Vertiefungen und Farbschattierungen.
Fazit
NWA 16387 gehört zweifellos zu den interessantesten Meteoriten meiner Sammlung. Seine seltene CK3-Klassifikation, die vergleichsweise geringe bekannte Gesamtmasse und seine beeindruckende Geschichte machen ihn zu einem außergewöhnlichen Sammlerstück.
Wenn ihr kommentieren möchtet, dann nutzt einfach die untere Box. Also bis zum nächsten Mal dann. Behaltet bitte einen kühlen Kopf bei dieser Gluthitze. Gönnt euch ruhig eine Abkühlung 🍧 und etwas Lesestoff.
Chris
Hallo zusammen! 👋 Ich bin Christian, der Kopf hinter fossilienland.com. 🦴Ursprünglich komme ich aus dem Sauerland – dem Land der 1000 Berge. Hier habe ich die Welt der Fossilien quasi direkt vor der Haustür. Ob fossile Fledermäuse oder urzeitliche Insekten: Mir geht der Schreibstoff garantiert nicht aus! 🦇🦟Aber ich bin nicht mehr allein: Ich freue mich riesig, dass Yvi jetzt mit an Bord ist! 🚀 Als waschechte Kölnerin bringt sie ordentlich frischen Wind und Energie ins Team – wie ihr ja schon auf unserem Profilbild sehen könnt! ✨📸Zusammen mixen wir unsere Leidenschaft für Urzeit-Funde mit professionellem Webdesign. 🤫Habt ihr Fragen zu unseren Funden oder Themen? Schreibt es mir einfach direkt in die Kommentare – ich freue mich auf den Austausch mit euch! 💬 Jahrelang hab ich Berichte verfasst und ich bin noch in Übung. Das erkennt ihr sicher an meiner neuen Blogstory für den Juni. 🧑💻👇Alles Liebe und ein herzliches „Maach et joot!“🙋♂️Euer Christian